Geschichte

Elfriede und Margarete Wurzinger

Margarete und Elfriede Wurzinger 1989

Die Entstehungsgeschichte von Stephanus ist eine ganz Besondere. Den Anfang nahm sie in Frauenbach 59, jetzt Alteggerstraße 17, dem Heimathaus von Elfriede und Margarete Wurzinger. Beide Frauen haben eine Behinderung und nach dem überraschenden Tod der Mutter wurde fieberhaft nach einer Lösung für die Betreuung der beiden gesucht. Damals entschied sich das Ehepaar, Gerhard und Maria Roßmann, mit seinen Kindern zu den beiden ins Haus zu ziehen und für ihre Betreuung und Pflege zu sorgen. Nach einer nicht leichten Anfangszeit konnte die junge Familie mit den beiden Frauen eine gemeinsame Basis finden.

Die Großfamilie Roßmann-Wurzinger

Das Zusammenleben eröffnete auch den beiden Frauen trotz ihrer Behinderung eine völlig neue Welt. Sie erlebten das Wachsen der Kinder, konnten mit ihnen gemeinsam spielen und lernen. Sie übernahmen, soweit es ihre Behinderung zuließ, einfache Pflichten und hatten dadurch einen wertvollen Anteil am gelungenen Zusammenleben der „Großfamilie“. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich immer mehr heraus, wie das Vertrauen, die Zuwendung und die Sicherheit, die den beiden Frauen zuteil wurden, Früchte trugen. Durch den gelebten Alltag in der Familie konnten sie immer mehr Selbständigkeit und Selbstsicherheit gewinnen und erfuhren so eine enorme Weiterentwicklung.

Eine Idee wird Wirklichkeit

Mit diesen Erfahrungen einhergehend wurde eine Idee geboren. Man wollte gemeinsam mit gleich gesinnten Freunden eine Institution gründen, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen sollte, in einer familienähnlichen Umgebung unter Einbeziehung aller Elemente der Natur, insbesondere der Tiere und Pflanzen, in einer geregelten Tagesstruktur Produkte zu erzeugen und dabei, in ihrer Arbeit, Achtung und Wertschätzung zu erfahren. Damit begann ein langer Prozeß.

Bau der Tageswerkstätte

Im Jahr 1993 wurde der Verein Sozialtherapeutische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, kurz Verein Stephanus, ins Leben gerufen. Ende 1998 begann der Bau der heutigen Tageswerkstätte. Sie ist seit ihrer Gründung im Zuständigkeitsbereich des Landes Steiermark und der Verein Stephanus mit der Leitung betraut.

Bald waren die Kapazitäten der Tageswerkstätte ausgeschöpft, und so wurde im April 2010 mit einem Erweiterungsbau begonnen. Im Mai 2011 konnte dieser unter der Mithilfe vieler Menschen fertiggestellt werden.

Derzeit nehmen 32 Menschen mit besonderen Bedürfnissen das Angebot der Tageswerkstätte in Anspruch und verbringen hier unter der Woche ihren Alltag. 12 Bereichswerkstätten bieten ihnen die Möglichkeit wertvolle Erfahrungen zu sammeln, und mittlerweile sind die dabei erzeugten Produkte hochgeschätzt.